Fahrtizipation

Sonntag, 22. März 2009 21:24

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Gestern habe ich (wie immer auf Spiegel.de) von Carticipate gelesen. Die Idee ist großartig. Wer das Programm für das iPhone aufruft, wird GPS-verortet und bekommt Mitfahrgelegenheiten anderer Carticipate-Benutzer in der Nähe angeboten. Autofahrer können ihre Fahrten hinterlegen, Benutzerprofile und ein Bewertungssystem sollen für Seriösität und Sicherheit sorgen. Menschen ohne iPhone können über Facebook mitmachen - ich nehme an, den aktuellen Aufenthaltsort gibt man dann selber an.

Als Mensch mit iPhone habe ich mir die Anwendung gleich runtergeladen. Wie cool, wenn das funktioniert: Telefon raus, schauen, jemanden anrufen, der in die gleiche Richtung will, und los gehts.  Das iPhone hätte eine weitere Funktion als Universalproblemlöser, und diesmal sogar eine klimaschonende.

Leider ist die Anwendung eine Enttäuschung. Beim Start wird wie erwartet die Position bestimmt und dann eine Liste mit Fahrten angezeigt - allerdings in die Vergangenheit. Was nützt es mir, wenn ich erfahre, dass ich am 07.12.2008 von Bensheim zum Frankfurter Flughafen hätte fahren können? Auch Start und Ziel bleiben gelegentlich unklar: Ein Teilnehmer bietet eine Fahrt an, deren Startpunkt mit “74.9 Km Von Hier” angegeben wird, und deren Ziel “Ungenannter Ort” ist. Von woanders nach irgendwo. Hm.

Eine Katastrophe ist die deutsche Lokalisierung. Das geht bei der eben zitierten, etwas eigenwilligen Groß- und Kleinschreibung los und mit vielen Grammatikfehlern weiter. Und der deutsche Name der Anwendung ist “Fahrtizipier”! Das alles ist umso unverständlicher, als dass der Leiter der Start-up-Firma, Steffen Frost, ein Schwabe ist.

Lieber Steffen Frost! Wenn Du das hier liest: Coole Idee, way to go! Aber wenn das klappen soll, muss der Dienst hochwertiger und intuitiver werden:

  • Es muss klarer sein, wo Fahrten starten, wohin sie gehen, wann sie starten, ob sie regelmäßig stattfinden. Übersichtlichkeit!
  • Die Fahrtenliste sollte sortierbar sein (nach Entfernung des Startorts der Fahrt vom Standort, Entfernung des tatsächlichen Zielorts vom Wunschzielort, Startzeit). Alte Fahrten sollten sich ausblenden lassen.
  • Die Oberfläche sollte möglichst fehlerfrei sein. Man hat Sorgen, sich in die Hände eines Fahrdienstes zu begeben, der so unseriös und unfertig wirkt.

Ich schaue wieder rein, wenn mein iPhone mir ein Update meldet.

Etienne | Thema: Autos, iPhone | Kommentare (0)

Erbschleicher

Freitag, 6. März 2009 9:56

Ich habe vor ein paar Tagen eine Dokumentation gesehen, in der Erdöl das “Erbe von 150 Millionen Jahren” Erdgeschichte genannt wurde. Das fiel mir gerade wieder ein, und ich habe gerechnet. Mal angenommen, wir haben ca. 1900 mit dem Massenverbrauch von Öl begonnen, jetzt ist 2009, und es gibt noch Reserven für 30, 40 Jahre: Dann haben wir das Erbe von 150 Millionen Jahren in einem Millionstel dieser Zeit durchgebracht. Soviel zu Nachhaltigkeit.

Etienne | Thema: Öl | Kommentare (1)

Fliegen

Sonntag, 1. März 2009 14:19

Segel

Urlaub, Urlaub! Meine Süße und ich haben für Juni eine Ferienwohnung gebucht. Nebelwald, Lorbeerbäume, felsige Berge, grüne Täler, schwarze Sandstrände und Palmen, auf einer der weniger besuchten Kanarischen Inseln. Ich fühle mich wie Cook, der Entdecker. (James, nicht Thomas!)

Anders als Cook werden wir fliegen. Eine Überfahrt auf einem Dreimaster mit vollen Segeln und knarrenden Tauen wäre großartig, würde aber allein die Zeit aufbrauchen, die uns unsere Arbeitgeber, die freie Marktwirtschaft – die uns für unseren Urlaub gegeben ist. Und mit welchem Schiff sollten wir fahren? Die Endeavour ist lange außer Dienst.

Fliegen ist vermutlich das klimaschädlichste, das man als Privatmensch machen kann. Trotzdem habe ich kein schlechtes Gewissen. Es wird die neunte Flugreise meines Lebens, davon die zweite private. Ich habe Europa noch nie verlassen, mich nie weiter als Sylt vom Festland entfernt (ausgerechnet). Das muss anders werden. Unsere Hochzeitsreise ist es außerdem.

Immerhin wollen wir Ablass zahlen – also so viel Geld für ein Klimaprojekt spenden, dass das durch den Flug verursachte CO2 wieder ausgeglichen wird. Wir wissen noch nicht für welches Projekt - hat jemand einen Vorschlag?

Etienne | Thema: fliegen | Kommentare (0)

Ofen aus!

Freitag, 23. Januar 2009 0:11

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Gestern habe ich den Ofen angelassen. Ich hin, Pizza raus und ich weg, Pizza essen. Vielleicht anderthalb Stunden lang war er noch an, bei pizzafreundlichen 250 Grad. Das macht eine ganze Menge der Energieeinsparungen der letzten Zeit zunichte - der durch Energiesparlicht oder Kaffeemaschine früher ausschalten, weil wir jetzt eine mit Thermoskanne haben.

Allerdings, habe ich dann gedacht, sind das Größenordnungen, die uns sowieso nicht retten werden. Nicht mal, wenn ab heute niemand auf der Welt mehr vergisst, den Ofen auszumachen. Da müssen andere Kaliber her. Vielversprechend ist zum Beispiel, dass BMW und Daimler jetzt Kurzarbeit machen. Weniger Autos! Das ist die richtige Richtung.

Unsere Regierung versucht aber schon, diese Entwicklung aufzuhalten. Mit dem bemerkenswerterweise auch Umweltprämie genannten Geld, das Menschen bekommen, die ihr Auto verschrotten lassen, weil es neun Jahre alt ist, und sich ein neues kaufen. Eine Umweltprämie, so die Argumentation, sei das deshalb, weil die neuen Autos ja umweltfreundlicher sind als die alten.

Nun ist diese Prämie Teil des Konjunkturpakets, und so ist leicht zu sehen, dass es natürlich darum geht, dass wir möglichst viele Autos kaufen. Damit Daimler und BMW nicht länger Kurzarbeit machen müssen. Sondern hundertausende neue, glänzender Autos bauen.

Ich habe gelesen, dass Hans-Werner Sinn vom Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung die Prämie “pervers” findet. Immerhin bin ich nicht allein - und sogar mit einem Wirtschaftswissenschaftler einer Meinung. Herr Sinn vermutet, wie ich auch, dass das bisschen Energie, dass man durch das Fahren des neuen Autos vielleicht spart, nicht ins Gewicht fällt gegen die Energie, die für seine Herstellung nötig war. Ich zweifle auch, ob neue Autos, die durch immer mehr Technik immer schwerer geworden sind, per se sparsamer sind als alte.

Noch perverser wird die Prämie, wenn man noch etwas genauer hinschaut. Es heißt, man soll sie nur bekommen, wenn man ein umweltfreundliches Auto kauft - nämlich eines, dass die Euro-4-Abgasnorm erfüllen muss. Sieht man da mal rein, stellt man fest, dass diese Norm alles mögliche reguliert, nicht aber CO2. Treibhausgase, Erderwärmung, Klimakatastrophe -  das drängendste Umweltproblem des Planeten spielt also gar keine Rolle. Es geht nur um neue, glänzende Autos.

Heute habe ich noch die Schlagzeile gesehen, dass die Regierung auch für Besitzer von spritfressenden Autos demnächst die Kfz-Steuer senken will. Sicher wegen der Krise. (Also der der Wirtschaft.)

Immerhin scheint es dazu noch Protest in der Koalition zu geben. Aber vergesst mal lieber nicht, den Ofen auszumachen.

Etienne | Thema: Autos, Energie | Kommentare (0)

Aufgerüstet

Mittwoch, 3. Dezember 2008 19:48

Diesen Artikel tippe ich auf meiner neuen mobilen Blogschreibmaschine, einem gewissen Appletelefon. Damit könnte das tägliche Pendeln produktiver werden und mehr Artikel könnten entstehen - mehr Tippfehler aber aich. Habe gerade die völlig belämmerte Tippkorrektir abgeschaltez.

Bis demnächst! :-)

Etienne | Thema: iPhone, metaklimatisch | Kommentare (0)

Und wie es besser ginge, liebe Grüne

Dienstag, 30. September 2008 20:23

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Nachdem ich eben meinen Ärger über das nun doch genehmigte Kohlekraftwerk in Hamburg in meine vermutlich kleine Blogwelt hinausgerufen habe, habe ich mich auf meiner Blogroll umgesehen. Dort posten andere Klimakatastrophenblogger manchmal auch gute Nachrichten. Zwei dieser Nachrichten sind so gut, dass sie den Vatten-Fall der Hamburger Grünen im Vergleich noch dümmer, uninspirierter und sinnloser erscheinen lassen. In der Tat, noch dümmer! Noch uninspirierter. Noch sinnloser.

Die eine Meldung ist alt, vom April. Zu Lesen ist sie bei Peregrinatio, mit Bezug auf einen ebenfalls alten Spiegel.de-Artikel. Beide hatte ich bisher übersehen. Es geht um Desertec - Strom aus der Wüste. Von der Idee wusste ich immerhin. Der Spiegel-Artikel ist jedoch so konkret, so wenig Science-Fiction, dass man rufen möchte: “O. K., lasst uns anfangen! Morgen habe ich noch nichts vor.” Verwendet werden soll Solarthermie: Wasser wird in Sonnenkollektoren zum Kochen gebracht, der Dampf betreibt Turbinen. Nichts einfacher als das. Alle würden gewinnen: die Sahara-Staaten, die den Strom produzieren und nebenbei ihr Wasserproblem durch Meerwasseraufbereitung lösen. Europa und die weiteren Abnehmer dank sauberer Energie ohne Ölabhängigkeiten. Selbst das Transportproblem sei lösbar. Nur an den politischen Voraussetzungen würde es noch fehlen. Verfluchte, liebe Grüne: Hier ist eure Aufgabe! Hier!

Die andere Meldung ist etwas älter, von Anfang August. Ich habe sie auf dem Klimablog gefunden. Es wurde ein Weg gefunden, Wasser schon bei Zimmertemperatur und durch einen nur geringen Energieaufwand in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten - ähnlich wie Pflanzen das tun. Warum das toll ist? Tagsüber können Solarzellen die zum Spalten benötigte Energie liefern, während nachts der gesammelte Wasserstoff in Brennstoffzellen unter Freisetzung von Energie in Wasser zurückverwandelt wird. Energie! Und Wasser, als Abfall. Ganz ohne Kohle, liebe, verfluchte Grüne. Da das alles in kleinem Maßstab gemacht werden kann, sind so kleine Hauskraftwerke möglich. Heizungen, sozusagen. Und Generatoren.

Warum dann dieses Kohlemonster, 2012? Bis dahin wäre ich gerne in der Zukunft.

Etienne | Thema: Die Grünen, Kohle, Strom, Wasser | Kommentare (1)

Hilfe! Grüne bauen Kohlekraftwerk!

Dienstag, 30. September 2008 19:15

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Der Bau des riesigen Kohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg wurde genehmigt. Die genehmigende Umweltsenatorin ist eine Grüne, Teil der CDU-Grünen-Koalition im Hamburger Senat.

Es ist zum Haareraufen, es ist bodenlos traurig. Das geplante Kraftwerk soll eines der größten in Europa werden, mit einer Leistung von 1654 Megawatt. Ans Netz gehen soll es 2012. Der Betreiber Vattenfall investiert 2 Milliarden Euro in den Bau.

Stellt euch vor, Vattenfall baut ein Kohlekraftwerk für 2 Milliarden Euro, und niemand kauft ihnen den Strom ab. Wäre das nicht zum Haareraufen für Vattenfall?

Etienne | Thema: Die Grünen, Kohle, Strom | Kommentare (0)