Beiträge vom Juni, 2007

Warm duschen

Samstag, 16. Juni 2007 1:21

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Ein Punkt meines Klimaversprechens bei den Bremer Klimaschutztagen war, einen wassersparenden Duschkopf zu installieren. Inzwischen habe ich auch meine Erinnerungsmail aus Bremen schon bekommen – aber mein Duschkopf ist immer noch ganz der alte.

Dabei könnte das wirklich eine lohnende Sache sein, das Duschkopfwechseln. Etwa 25% der C02-Emissionen eines durchschnittlichen Haushalts entstehen bei der Produktion von warmem Wasser – und das nun wieder wird hauptsächlich beim Duschen benötigt. Noch mehr natürlich beim Baden. Allerdings finde ich Vollbäder ziemlich umständlich und nur im Winter der Mühe wert. Und beim Baden spart es sich auch schlecht – die Wanne muss schon so voll sein, dass ich (mit Hilfe von Archimedes) nahezu vollständig bedeckt werde. Beim Duschen hingegen könnte man z. B. Wasser sparen, wenn nicht ganz so viel Wasser pro Zeiteinheit durch den Duschkopf flösse. Natürlich wäre es wünschenswert, dass der Strahl trotzdem angenehm fest bleibt.

(Ganz harte Individuen behaupten auch, man könne Wasser sparen, wenn man es während des Einseifens abstellt. Das nun wieder ist eher etwas für den Sommer.)

Aber wieviel kann man sparen? Man sagt – genau genommen tun das die Internetseiten von Leuten, die wassersparende Duschköpfe verkaufen – das herkömmliche Duschköpfe zwischen 18 bis 25 Liter Wasser pro Minute verbrauchen. Durch einen sparsameren Duschkopf könne man das – je nach Anbieter – auf 6 bis 11 Liter reduzieren. Das heißt, man könnte zwischen einem Drittel und drei Viertel des Wassers sparen – und damit auch der Energie, die man zum Erhitzen benötigt. Und damit, wie immer, auch Geld und CO2.

Ich war gerade im Bad, und mit mir waren ein Eimer mit Literskala und eine Uhr mit Sekundenzeiger. Das Experiment ergab, dass unsere Dusche bei einem mittelmäßig starken Strahl, unter dem man sauber würde, ohne sonderlich viel Spaß dabei zu haben, 7 Liter pro Minute verbraucht. Erhöht man die Strahlstärke auf ein Spaßmaß, sind es 10 Liter pro Minute. Haben wir also schon eine Wassersparbrause? Ich glaube nicht. Ein dritter Versuch, bei dem ich den Hahn voll aufgedreht habe, ergab tatsächlich 18 Liter pro Minute – also das, was herkömmliche (schon wieder dieses lustige Wort) Duschen angeblich verbrauchen. Und sicher haben die Hersteller von Sparbrausen bei ihren Tests herkömmlichen Duschgeräts voll aufgedreht.

Es ist also zu vermuten, dass uns eine Sparbrause immer noch helfen würde. Also habe ich eine bestellt – und zwar bei warmduschen.info. Das ist eine schweizerische Initiative, die die Welt mit wassersparenden Duschköpfen versorgen will, um so ein selbstgestecktes C02-Einsparziel zu erreichen. Es gibt Duschgeschichten und Prominente, die für die gute Sache sind. Vorgestellt werden sie als „Duschkopf des Monats“ …

Die angebotenen Brausen versprechen, durch ein spezielles Verfahren trotz der Sparsamkeit einen schönen, soliden Duschstrahl zu erzeugen. Die Bestellung aus Deutschland ist etwas umständlich, weil der Preis nur in Schweizer Franken angegeben wird. Das vereitelte zunächst die Vorauskasse (andere Verfahren sind möglich), weil ich gar nicht wusste, wieviel ich nun zahlen sollte. Aber ein freundlicher E-Mail-Kontakt half mir weiter. Ca. 30 Euro kostet es – also nicht so viel. Das hätte man schnell wieder drin. Jetzt warte ich auf die Lieferung – ins EU-Land, so erklärte man mir, geht alle zwei Wochen eine Sammelbestellung raus, um Zoll zu sparen.

Andere Anbieter gibt es auch – zum Beispiel bei bubble rain. Da ist es merklich teurer (80 Euro), dafür wird angeblich noch mal ein Liter mehr gespart. Einen Online-Rechner für die Einsparmöglichkeiten gibt es dort auch.

Sobald mein Ersatzkopf da ist, folgen neue Messungen und natürlich ein Duschbericht!

Etienne | Thema: Duschen, Energie, Wasser | Kommentare (1)

Und wo warst Du?

Donnerstag, 7. Juni 2007 19:49

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Ich war heute mit meiner Liebsten frühstücken. In Heidelberg gibt es den “Walfisch”, ein Café und Bistro, in dem man früher sehr gut frühstücken konnte. Dann geschah irgendetwas – vielleicht wechselte der Besitzer? Jedenfalls wurde das Design der Karte lieblos und nachlässig, und das gleiche Schicksal ereilte auch Essen und Service. Deshalb waren wir eine Zeit lang nicht mehr dort. Heute wollten wir aber mal wieder.

Das Hinkommen war unerwartet schwierig – durch eine Baustelle und den Feiertag fuhren die Straßenbahnen nicht, wie sie sollten. Die, die schließlich kam, war sehr voll, also stiegen wir ein bisschen früher aus, um den Rest zu laufen. Und auf dem Weg kamen wir an einer Art Tapas-Restaurant vorbei, dem “Canapé”. Dort gibt es, wie wir dann lernten, an Sonn- und Feiertagen ein Frühstücksbüffet. Das sah man schon durch die offene Tür: Wurst- und Käseteller, Oliven, Tomaten, Melone, Ananas, Erdbeeren. Marmeladen. Durch die Fenster sah man glücklich Frühstückende mit Rühreiern. Zu hören war Salsa-Musik.

Wir wussten nicht recht. Meine Liebste mag keine Salsa-Musik, und von den Rühreiern war auf dem Büffet nichts zu entdecken. Die hätten wir aber haben wollen. Ein Blick auf die Inneneinrichtung half auch nicht weiter – nett, aber nicht ganz geschmackssicher. Schließlich war ich eher dafür, sie eher dagegen. Wir haben Schnick-Schnack-Schnuck gespielt, über drei Punkte, und die Liebste gewann 3:2. Wir gingen ein paar Meter weiter und blieben wieder stehen. Dann erschien jemand in der Tür und fragte: „Hunger?“ – Erwischt. Wir waren drin.

Ein sehr niedliches Kind saß in der Ecke an einem Tisch, aß Oliven aus einem Schälchen und winkte uns zu. „Hallo!“ Der Mann, der uns hineingelockt hatte – ob Kellner oder Besitzer, ist mir nicht ganz klar – wollte uns Milchkaffee bringen. Und als wir am Büffet standen, fragte er, ob und wie wir unsere Rühreier wollen – mit Speck oder lieber ohne?

Eine gute Stunde später haben wir uns auf den Heimweg gemacht – trotz Aufforderung, doch noch mehr zu essen, und nach dem zweiten Milchkaffee. Diesmal sind wir gelaufen – die Sonne schien, und die Lindenbäume dufteten. Am Nachmittag waren wir zuhause, haben kühle Dinge getrunken, und ich habe Tennis gesehen.

Das also war mein Tag, am 07.07.2007, als die großen Acht dieser Welt berieten. Der Tag, an dem die Welt wieder nicht gerettet wurde. Was wurde vereinbart, zur wichtigsten Frage der Menschheit? In der Abschlusserklärung wird stehen, dass die Staaten die Vorgaben der EU, Kanadas und Japans für eine Halbierung der Kohlendioxidemissionen bis 2050 “ernsthaft in Betracht ziehen”. Außerdem wird auf den Klimabericht der UNO verwiesen werden – um so anzuerkennen (ohne es aber direkt sagen zu müssen), dass der Treibhauseffekt menschengemacht sei.

Einzelheiten, Selbstbeweihräucherungen und Kritik der Umweltorganisationen hier.

Nachtrag: Eine gute Analyse gibt es auch auf Spiegel.de - hier.

Etienne | Thema: G8, Klima, global | Kommentare (0)