Beitrags-Archiv für die Kategory 'Energie'

Ofen aus!

Freitag, 23. Januar 2009 0:11

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Gestern habe ich den Ofen angelassen. Ich hin, Pizza raus und ich weg, Pizza essen. Vielleicht anderthalb Stunden lang war er noch an, bei pizzafreundlichen 250 Grad. Das macht eine ganze Menge der Energieeinsparungen der letzten Zeit zunichte - der durch Energiesparlicht oder Kaffeemaschine früher ausschalten, weil wir jetzt eine mit Thermoskanne haben.

Allerdings, habe ich dann gedacht, sind das Größenordnungen, die uns sowieso nicht retten werden. Nicht mal, wenn ab heute niemand auf der Welt mehr vergisst, den Ofen auszumachen. Da müssen andere Kaliber her. Vielversprechend ist zum Beispiel, dass BMW und Daimler jetzt Kurzarbeit machen. Weniger Autos! Das ist die richtige Richtung.

Unsere Regierung versucht aber schon, diese Entwicklung aufzuhalten. Mit dem bemerkenswerterweise auch Umweltprämie genannten Geld, das Menschen bekommen, die ihr Auto verschrotten lassen, weil es neun Jahre alt ist, und sich ein neues kaufen. Eine Umweltprämie, so die Argumentation, sei das deshalb, weil die neuen Autos ja umweltfreundlicher sind als die alten.

Nun ist diese Prämie Teil des Konjunkturpakets, und so ist leicht zu sehen, dass es natürlich darum geht, dass wir möglichst viele Autos kaufen. Damit Daimler und BMW nicht länger Kurzarbeit machen müssen. Sondern hundertausende neue, glänzender Autos bauen.

Ich habe gelesen, dass Hans-Werner Sinn vom Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung die Prämie “pervers” findet. Immerhin bin ich nicht allein - und sogar mit einem Wirtschaftswissenschaftler einer Meinung. Herr Sinn vermutet, wie ich auch, dass das bisschen Energie, dass man durch das Fahren des neuen Autos vielleicht spart, nicht ins Gewicht fällt gegen die Energie, die für seine Herstellung nötig war. Ich zweifle auch, ob neue Autos, die durch immer mehr Technik immer schwerer geworden sind, per se sparsamer sind als alte.

Noch perverser wird die Prämie, wenn man noch etwas genauer hinschaut. Es heißt, man soll sie nur bekommen, wenn man ein umweltfreundliches Auto kauft - nämlich eines, dass die Euro-4-Abgasnorm erfüllen muss. Sieht man da mal rein, stellt man fest, dass diese Norm alles mögliche reguliert, nicht aber CO2. Treibhausgase, Erderwärmung, Klimakatastrophe -  das drängendste Umweltproblem des Planeten spielt also gar keine Rolle. Es geht nur um neue, glänzende Autos.

Heute habe ich noch die Schlagzeile gesehen, dass die Regierung auch für Besitzer von spritfressenden Autos demnächst die Kfz-Steuer senken will. Sicher wegen der Krise. (Also der der Wirtschaft.)

Immerhin scheint es dazu noch Protest in der Koalition zu geben. Aber vergesst mal lieber nicht, den Ofen auszumachen.

Etienne | Thema: Autos, Energie | Kommentare (0)

Duschkopf zu verschenken

Sonntag, 20. Januar 2008 23:42

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Es ist wirklich Zeit, meine Hausaufgaben zu machen. Vor einem halben Jahr habe ich über wassersparende Duschköpfe berichtet und einen Duschbericht zu meinem schweizerischen Sparduschkopf versprochen.

Der kam dann auch wohlbehalten etwa zwei Wochen nach Bestellung bei mir an. Zunächst die Fakten: Er spart tatsächlich Wasser, und damit Heizenergie. Bei Normalbetrieb sprudeln 5 Liter, bei maximalem Hahnaufreißen 12 Liter Wasser hindurch - bei meiner herkömmlichen Brause waren es 7 bis 10 Liter im Normalbetrieb und 18 Liter maximal. Das bedeutet, pro Minute würde man zwischen 2 und 5 Liter Wasser sparen.

Richtig, Konjunktiv. Wir benutzen weiterhin den alten Duschkopf, aus niederen Beweggründen: wegen des wesentlich angenehmeren Duschgefühls! Die Sparbrause hat einen einzelnen Ring von Löchern, durch den das Wasser auf den Duschenden/die Duschende trifft. Dadurch wird der Strahl schon nach einigen Zentimetern Abstand zum Körper dünn, weil weit aufgefächert. Das macht nicht besonders viel Spaß, und lange Haare sind damit, wie mir versichert wurde, nur mühsam und langwierig von Shampoo zu befreien. Und langwierig ist auch wieder kontraproduktiv.

Die arme Sparbrause liegt nun seit fast einem halben Jahr ungenutzt im Badschrank. Daher jetzt und hier meine Frage: Möchte vielleicht ein Leser/eine Leserin (vorzugsweise mit Kurzhaarfrisur) einmal sein bzw. ihr Glück mit diesem technischen Meisterwerk versuchen? Vielleicht bist DU härter als wir? Bitte melden bei “autorname”@treibhausblog.de!

Etienne | Thema: Duschen, Energie, Geschenk, Test, Wasser | Kommentare (1)

Warm duschen

Samstag, 16. Juni 2007 1:21

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Ein Punkt meines Klimaversprechens bei den Bremer Klimaschutztagen war, einen wassersparenden Duschkopf zu installieren. Inzwischen habe ich auch meine Erinnerungsmail aus Bremen schon bekommen – aber mein Duschkopf ist immer noch ganz der alte.

Dabei könnte das wirklich eine lohnende Sache sein, das Duschkopfwechseln. Etwa 25% der C02-Emissionen eines durchschnittlichen Haushalts entstehen bei der Produktion von warmem Wasser – und das nun wieder wird hauptsächlich beim Duschen benötigt. Noch mehr natürlich beim Baden. Allerdings finde ich Vollbäder ziemlich umständlich und nur im Winter der Mühe wert. Und beim Baden spart es sich auch schlecht – die Wanne muss schon so voll sein, dass ich (mit Hilfe von Archimedes) nahezu vollständig bedeckt werde. Beim Duschen hingegen könnte man z. B. Wasser sparen, wenn nicht ganz so viel Wasser pro Zeiteinheit durch den Duschkopf flösse. Natürlich wäre es wünschenswert, dass der Strahl trotzdem angenehm fest bleibt.

(Ganz harte Individuen behaupten auch, man könne Wasser sparen, wenn man es während des Einseifens abstellt. Das nun wieder ist eher etwas für den Sommer.)

Aber wieviel kann man sparen? Man sagt – genau genommen tun das die Internetseiten von Leuten, die wassersparende Duschköpfe verkaufen – das herkömmliche Duschköpfe zwischen 18 bis 25 Liter Wasser pro Minute verbrauchen. Durch einen sparsameren Duschkopf könne man das – je nach Anbieter – auf 6 bis 11 Liter reduzieren. Das heißt, man könnte zwischen einem Drittel und drei Viertel des Wassers sparen – und damit auch der Energie, die man zum Erhitzen benötigt. Und damit, wie immer, auch Geld und CO2.

Ich war gerade im Bad, und mit mir waren ein Eimer mit Literskala und eine Uhr mit Sekundenzeiger. Das Experiment ergab, dass unsere Dusche bei einem mittelmäßig starken Strahl, unter dem man sauber würde, ohne sonderlich viel Spaß dabei zu haben, 7 Liter pro Minute verbraucht. Erhöht man die Strahlstärke auf ein Spaßmaß, sind es 10 Liter pro Minute. Haben wir also schon eine Wassersparbrause? Ich glaube nicht. Ein dritter Versuch, bei dem ich den Hahn voll aufgedreht habe, ergab tatsächlich 18 Liter pro Minute – also das, was herkömmliche (schon wieder dieses lustige Wort) Duschen angeblich verbrauchen. Und sicher haben die Hersteller von Sparbrausen bei ihren Tests herkömmlichen Duschgeräts voll aufgedreht.

Es ist also zu vermuten, dass uns eine Sparbrause immer noch helfen würde. Also habe ich eine bestellt – und zwar bei warmduschen.info. Das ist eine schweizerische Initiative, die die Welt mit wassersparenden Duschköpfen versorgen will, um so ein selbstgestecktes C02-Einsparziel zu erreichen. Es gibt Duschgeschichten und Prominente, die für die gute Sache sind. Vorgestellt werden sie als „Duschkopf des Monats“ …

Die angebotenen Brausen versprechen, durch ein spezielles Verfahren trotz der Sparsamkeit einen schönen, soliden Duschstrahl zu erzeugen. Die Bestellung aus Deutschland ist etwas umständlich, weil der Preis nur in Schweizer Franken angegeben wird. Das vereitelte zunächst die Vorauskasse (andere Verfahren sind möglich), weil ich gar nicht wusste, wieviel ich nun zahlen sollte. Aber ein freundlicher E-Mail-Kontakt half mir weiter. Ca. 30 Euro kostet es – also nicht so viel. Das hätte man schnell wieder drin. Jetzt warte ich auf die Lieferung – ins EU-Land, so erklärte man mir, geht alle zwei Wochen eine Sammelbestellung raus, um Zoll zu sparen.

Andere Anbieter gibt es auch – zum Beispiel bei bubble rain. Da ist es merklich teurer (80 Euro), dafür wird angeblich noch mal ein Liter mehr gespart. Einen Online-Rechner für die Einsparmöglichkeiten gibt es dort auch.

Sobald mein Ersatzkopf da ist, folgen neue Messungen und natürlich ein Duschbericht!

Etienne | Thema: Duschen, Energie, Wasser | Kommentare (1)

Strom sparende Rechner

Donnerstag, 3. Mai 2007 22:25

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Energie sparen ist Thema. Immer häufiger rückt nun nach Energiesparlampen ein weiterer potenzieller Stromfresser in den Fokus der Aufmerksamkeit: Der Computer. Moment, mag da manch Lesende/r einwenden, wie soll ich denn am Computer Strom sparen? Meinen Rechner habe ich komplett gekauft, bei Aldi, MediaMarkt oder einem anderen namhaften Großhändler. Dieser Artikel möchte das Thema Strom sparen am Rechner von zwei Seiten beleuchten: Zunächst widme ich mich den energieeffizienten Systemen: Ist es wirklich so, dass Laptops weniger Energie brauchen als Desktop-PCs? Wie schneiden im Vergleich dazu aktuelle Geräte von Apple ab? Und gibt es weitere Alternativen für meine speziellen Bedürfnisse? Im zweiten Teil gehe ich der Frage nach, welche Komponenten des Rechners die häufigsten Energielecks sind, und welche Maßnahmen sinnvoll sind, um den Energieverbrauch zu drosseln.

Das energieeffiziente System

Laptop oder Desktop-PC?

Ich war ehrlich gesagt verblüfft, wie viel besser Laptops Strom nutzen. Vergleicht man zwei exakt gleich genutzte PC-Systeme (angenommene tägliche Betriebsdauer von 3 Stunden, 1 Stunde Standby, 20 Stunden Aus-Zustand) miteinander, von denen eines ein günstiges Notebook ist, das andere ein günstiges Desktop-System mit Röhrenmonitor, beläuft sich der Unterschied auf knapp 200 € pro Jahr (52,1 € vs. 250,8 €). Selbst wenn man den Röhrenmonitor durch einen Strom sparenden Flachbildschirm ersetzen würde, würde der Verbrauch trotzdem „nur“ um knapp 60 € auf 193,9 € sinken.

Einer der Gründe dafür, dass Laptops weniger Energie verbrauchen als Desktop-PCs, liegt auf der Hand: Weil sie es müssen. Ein wichtiges Kaufargument für einen Laptop ist eine lange Akku-Laufzeit, und je effizienter die vorhandene Energie genutzt werden kann, desto länger kann der Laptop laufen. Ein zweiter Grund, der sich aus dem ersten logisch ergibt, ist, dass günstige Laptop-Systeme selten so leistungsstark sind wie ihre fest auf dem Schreibtisch installierten Pendants. Aus Akkuschonungs-Gründen werden weniger leistungsstarke Grafikkarten verbaut und abgespeckte Prozessor-Kerne. Diese Leistungs-Abstriche sind häufig der Grund dafür, weshalb viele eher einen Desktop- als einen Laptop-PC kaufen würden.

Apple vs. PC

Eine der bekannten Glaubensfragen, nahezu gleichauf mit Fragen wie „Rock oder Pop?“, „Frühling oder Herbst?“ oder auch „Katholisch oder Evangelisch?“ aus einem neuen Blickwinkel betrachtet. Apple schreibt auf seiner Webseite zu Energieeffizienz:

„Der langfristige Energieverbrauch gehört zu den größten Auswirkungen eines Computers oder elektronischen Geräts auf die Umwelt. Aus diesem Grund zählt die Entwicklung von Produkten mit hoher Energieeffizienz zu einem unserer wichtigsten Ziele. Durch einen niedrigeren Stromverbrauch sinken nicht nur Ihre Ausgaben für Elektrizität, sondern auch die Nachfrage und die Emissionsmenge. Das trägt dazu bei, die Umweltbelastung zu reduzieren, die durch den Ausstoß von CO2 und anderen Schadstoffen von Kraftwerken entsteht. Unser Ziel ist es, die durch verschiedene Programme eingeführten Standards zu erfüllen oder zu übertreffen.“

Genaue Angaben sucht man auf der Seite jedoch vergebens: Sie sind nicht da. Lediglich der Stromverbrauch bei abgeschaltetem Rechner wird durch eine Grafik illustriert, aber kein direkter Vergleich der verschiedenen Modelle oder gar ein erhellender Vergleich „Mac gegen PC“ ist aufgeführt. Nur über den Mac mini erfährt man mehr:

„Der Mac mini verbraucht im Betrieb gerade einmal 25 Watt und somit weniger als die Hälfte der Energie einer durchschnittlichen Glühbbirne. Er zählt damit zu den Strom sparendsten Desktop-Computern weltweit.“

Dass wegen eines Strom sparenden Modells nicht automatisch alle weiteren Modelle eines Herstellers ebenso Strom sparend sein müssen, ist ein banaler Schluss, ebenso, dass Apple bei dem oben genannten Vergleich eine energiefressende 60-Watt-Normalglühbirne und keine Energiesparlampe meint.

Trotz intensiver Nachforschungen fand ich nur wenige Artikel, die den tatsächlichen Verbrauch von Apple-Hardware im Vergleich zu herkömmlicher PC-Hardware vergleichen. Bei Toms Hardware Guide wurde ich fündig: Das aktuelle Apple Macbook Pro verbraucht nach ihren Messungen im Schnitt rund 20% mehr Strom als seine Notebook-Konkurrenz, zudem fällt die Akkulaufzeit durch weniger Kapazität nochmals geringer aus. Auf der Seite von buy-a-mac erhalte ich die folgenden Informationen, die zeigen, dass es einen deutlichen Unterschied macht, zu welcher der drei Konfigurationen gegriffen wird:

MacPro
Ruhezustand: ca. 7 Watt, Mac OS X (ohne Arbeit): zwischen 130 und 200 Watt (je nach Prozessor), Volllast: zwischen 200 und 300 Watt (je nach Prozessor)

iMac
Ruhezustand: ca. 3 Watt, Mac OS X (ohne Arbeit): 45 bis 100 Watt (je nach Monitorgröße und Prozessor), Volllast: 65 bis 130 Watt (je nach Monitorgröße und Prozessor)

Mac Mini
Ruhezustand: ca. 2-4 Watt, Mac OS X (ohne Arbeit): zwischen 22 und 32 Watt (je nach Prozessor), Volllast: ca. 40-43 Watt (je nach Prozessor)

Wirft man einen Blick auf den Energieverbrauch aktueller Prozessoren, so zeigt sich schon auf den ersten Blick, dass ein Vergleich mit PC-Systemen nicht leicht ist. Bereits hier, im Kern des PCs, kann ein kleiner Unterschied großes bewirken. Eines ist klar: Die Desktop-Lösungen von Apple können energiesparender sein als nicht auf sparsamen Verbrauch optimierte PC-Systeme. Jedoch gibt es durchaus effiziente, gut gebaute PCs, die dem Mac Mini den Rang als Energiesparwunder abzulaufen drohen: Die

Barebone-PCs

„Nackte Knochen“ heißen sie, doch sie sehen schick aus, sind leise und sparen Strom. Es gibt extreme Beispiele, die unter 10 Watt bei Volllast verbrauchen und dennoch für Alltagsanwendungen akzeptable Leistung bringen, aber auch aktuelle Zweikern-Systeme, die durchaus auch für Spieler und Spielerinnen interessant sein können.

Effizienz im Detail

Der Bildschirm

Einer der Gründe dafür, dass Notebooks so deutlich effizienter in ihrer Energienutzung sind, ist die Tatsache, dass es keine Notebooks mit Röhrenbildschirmen gibt. Daraus ergibt sich die Konsequenz, dass es sich dank stabil niedriger Preise für Flachbildschirme durchaus lohnt, sich Gedanken über eine Anschaffung zu machen. Rund 70% des Bildschirm-Stromverbrauchs können auf diese Weise eingespart werden.

Mit Hilfe des Energierechners von Energy Star lassen sich verschiedene Einsparungsmöglichkeiten durchspielen. In meinem ersten Beispiel möchte ich verdeutlichen, wie groß der Unterschied zwischen Röhrenmonitor und Flachbildschirm ausfällt. Als Testsystem habe ich den preisgünstigen Standard-PC gewählt, dessen Betriebsverbrauch sich auf 100 W, Standby auf 10 W und Aus-Zustand auf 5 W pro Stunde beläuft. Als Test-Röhrenbildschirm wählte ich den System-CRT 17″ mit 73 W stündlichem Verbrauch im Betrieb und je 3 W im Standby und Aus-Zustand.

Im Jahr verbraucht diese Konfiguration bei einem Strompreis von 0,19 €/kWh ganze 250,8 €, davon 155,7 im Ein-Zustand (3 Stunden am Tag), 3,9 € im Standby (1 Stunde pro Tag) und 60,4 € im Aus-Zustand (20 Stunden pro Tag). Nachdem ich den Röhrenmonitor durch einen energieeffizienten 19″-Flachbildschirm ersetzte, sanken die Kosten auf 193,9 € (Betriebsverbrauch: 121,5 €, Standby: 3,3 €, Aus-Zustand: 45,3 €).

Jährlich können demnach mehr als 50 € eingespart werden können, nur, indem man den Bildschirm austauscht.

Prozessor und Grafikkarte

Dass auch ohne große Leistungseinbußen Energie gespart werden kann, zeigt die Gegenüberstellung der Kosten aktueller Prozessoren. Bei Dauerbetrieb ist es möglich, zwischen 80 € und im Extrem 170 € im Jahr einzusparen. Die Unterschiede fallen bei gelegentlichem Betrieb natürlich weniger gravierend aus, trotzdem beläuft sich das Maximal-Sparpotenzial bei drei Stunden durchschnittlichem Betrieb auf jährlich zwischen 10 € und 21,25 €. Hier ist es auch wichtig, zwischen Energieeffizienz und Verlustleistung zu unterscheiden. Während die aktuellen AMD-Prozessoren bei der Verlustleistung punkten können, liegt Intel bei der Energieeffizienz, der hohen Leistung bei gleichzeitig geringem Verbrauch, deutlich vorne.

Bei Grafikkarten ist Leistungsoptimierung bei gleichzeitig geringem Stromverbrauch kein Thema: Je besser die Grafikkarte, desto mehr Energie braucht sie schon bei Normalbetrieb. Wenn auf brilliante Grafikleistungen bei aktuellen Spielen kein Wert gelegt wird, bietet sich eine besonders Energie sparende Onboard-Lösung an.

Das Netzteil

Dass auch effiziente Netzteile ihr Scherflein zum Energie sparenden Rechner beitragen, wird klar, wenn man bedenkt, dass Netzteile oft unnötig viel Wärme und Lärm produzieren. Umso wichtiger ist es, beim Netzteil auf den Wirkungsgrad (Efficiency) zu achten. Während einige Modelle weniger als 65% der aufgenommenen Energie auch wieder ausgeben und den Rest in Störgeräusche und Wärme umwandeln, gibt es durchaus Netzteile, die deutlich über der 80%-Marke liegen. Besonders effiziente Netzteile tragen häufig das 80 plus-Siegel oder die Siegel von Energy Star oder dem Blauen Engel.

Weitere Tipps zum Energie sparen

Es gelten natürlich weiterhin die allgemeinen Regeln zum Energie sparen: Statt Standby-Dauerbetrieb macht es mehr Sinn, den Rechner herunterzufahren; in kleinen Pausen sollte zumindest der Bildschirm ausgeschaltet oder der Standby-Modus genutzt werden. Die Energie-Einstellungen bieten sich dafür an. Bei sehr langen Pausen macht es außerdem Sinn, den Rechner nicht nur auf Standby zu schalten, sondern das Netzteil an der Rückseite richtig auszuschalten. Darüber hinaus sparen Steckdosen mit Schalter oder Master-Slave-Steckdosen nochmals einen Großteil des Standby-Stroms.

Ein ausführlicher Bericht über den Eigenbau eines extrem Strom sparenden Rechners, der dabei auch noch nur 455 € kostet, findet sich bei Toms Hardware Guide (Teil 1 | Teil 2 | Teil 3).

TQ | Thema: Apple, Bildschirm, Energie, Laptop, PC, Strom | Kommentare (8)

Grünes Licht

Sonntag, 22. April 2007 20:25

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Eines der ersten Dinge, an das man beim Thema „Energie sparen“ denkt, ist die Energiesparlampe. (Die Regierung von Australien scheint sogar ausschließlich an Energiesparlampen zu denken.) Es gibt sie schon ziemlich lange, trotzdem habe ich das Gefühl, sie hat sich noch nicht wirklich durchgesetzt. Und zumindest für meinen Teil weiß ich auch warum: Ich finde das Licht echt häßlich. Grün, kalt und geeignet, ein fühlendes Wesen in den Selbstmord zu treiben.

Aber meine Liebste sagte:

„Du kannst nicht anderen vorschreiben, dass sie 3-Liter-Autos fahren sollen, aber selbst keine Energiesparlampen verwenden.“

Das schien mir ein guter Satz für selbsterklärte Weltretter zu sein. Also bin ich in das Lampenfachgeschäft meiner Wahl gegangen und habe gefragt, ob dass denn nicht besser geht. Heraus kam ich mit zwei Megaman-Birnen: Eine mit einer großen Fassung (für über den Tisch in der Küche) und eine mit einer kleinen Fassung (für eine kleine Antik-Lampe auf eine Kommode im Wohnzimmer). Beide sollten laut Packung und Verkäufer mit einer Lichttemperatur von 2700 Kelvin leuchten und damit ein schönes, warmes Licht machen.

Zuhause dann Freude über die klassische Glühbirnenform, Eindrehen und Testleuchten. Die große Birne erfüllt ihr Versprechen. Nach langsamem Warmwerden verbreitet sie angenehme, herzerwärmende Helligkeit. Selbst die Aufwärmphase, die ich sonst bei ESLs nur mit heimlichem Grausen überstehe (und wie oft ist man schon wieder aus dem Raum, bis das Licht endlich hell ist), ist mir hier angenehm - paradoxerweise, weil sie noch ein bisschen langsamer ist und noch ein bisschen dunkler anfängt. Aber das Halbdunkel, dass sie zunächst verbreitet, ist gelb und angenehm, und die sogenannte Vorheizung, die für den langsamen Start verantwortlich ist, soll die Lebensdauer meiner Birne laut Beipackzettel auf 15.000 Stunden verlängern. Das sollte für eine Weile reichen. (Wenn die Birne eine Stunde am Tag brennt, für 41 Jahre.)

Eine Enttäuschung hingegen die kleine Birne. Sie ist bemerkenswert klein und steht so nur kaum über den Lampenschirm hinaus (sonst bei ESLs immer ein Problem) - aber sie macht kaltes, grünes, böses Licht. Was ich nicht verstehe, da es sich laut Verpackung um den gleichen Typ handeln soll wie bei ihrer großen Schwester. Ich werde den Lampenfachverkäufer meines Vertrauens wohl noch einmal bemühen müssen. Dann kann ich auch gleich noch ein paar von den großen kaufen.

Fakten zu Energiesparlampen

  • Beleuchtung hat einen Anteil von ca. 2% am Energieverbrauch eines durchschnittlichen Haushalts.
  • Energiesparlampen benötigen (je nach Wattzahl) nur ein Viertel oder sogar nur ein Fünftel der Energie einer vergleichbaren Glühbirne.
  • Das von mir beschriebene Modell (Megaman Compact Classic) kostete im Fachgeschäft 15 €. Bei Ebay geht es wohl auch schon für 10 € inkl. Versand.
  • Neben Strom und damit C02 spart man auch Geld. Eine Beispielrechnung: Vergleichen wir eine 75-Watt-Glühbirne mit einer 15-Watt-ESL - das ist von der Leuchtkraft ziemlich genau das Gleiche. Bei einer Brenndauer von einer Stunde am Tag verbrauchen die Birnen 15 bzw. 75 Wh (Wattstunden) - denn eine Wattstunde ist die Energie, die von einem 1-Watt-Gerät in einer Stunde verbraucht wird. Das macht aufs Jahr:
    15Wh * 365 Tage = 5475 Wh = 5,475 kWh
    75Wh * 365 Tage = 27375 Wh = 27,375 kWh
    Bei einem Preis von 0,20 Cent pro Kilowattstunde ergibt sich:
    5,475 kWh * 0,20 € = 1,10 €
    27,375 kWh * 0,20 € = 5,48 €
    Das heißt, die ESL spart gegenüber der Glühbirne 4,38 € pro Jahr. (Das ist nicht die Welt. Aber es ist ja auch nur eine Birne, die eine Stunde am Tag brennt. Dat summiert sich. Und dann noch das gute Gewissen. Und die längere Brenndauer.)

Etienne | Thema: Energie, Energiesparlampe, Strom | Kommentare (2)

Warum das Treibhausblog?

Sonntag, 15. April 2007 22:03

Wir leben im Treibhaus, und es wird immer wärmer. Plötzlich fiebernd ist die Menschheit wieder einmal überrascht von den Folgen ihres Tuns. War denn auch zu ahnen, dass das pausenlose Verfeuern fossiler Brennstoffe globale Auswirkungen haben würde?

Die Ahnungslosigkeit hat Methode. Die drohende Klimakatastrophe war ähnlich schwer abzusehen wie zum Beispiel der Umstand, dass FCKW, als Treibmittel aus Milliarden von Sprühflaschen in der Luft verteilt, in chemische Reaktion mit dem Ozon in der Atmosphäre tritt. Oder dass pflanzenfressende Rinder gefährliche, auf den Menschen übertragbare Krankheiten bekommen, wenn man sie mit zermahlenen Schafen füttert.

Leider ist das Problem diesmal nicht so leicht loszuwerden. Es genügt nicht, das Mittelchen in den Dosen auszuwechseln. Auch wird es uns nicht retten, ein paar Wochen auf Rindfleisch zu verzichten. Nein, die Aufgabe ist schwieriger, vielleicht widermenschlich. Es geht darum, an der Kraft zu sparen, die uns ins Leben rief, die uns wärmt, die uns bewegt, die uns die Angst vor der Dunkelheit nimmt und uns Erdbeeren im Dezember verschafft. Energie.

Trotzdem ist es nicht unmöglich. Erdbeeren im Dezember wären im Grunde verzichtbar. Im Juni schmecken sie besser. Es gibt noch weitere Dinge, die nicht unbedingt benötigt werden, etwa Autos mit 200 PS. Auch ist nicht jede Art von Energie schädlich. Tag für Tag erreicht von der Sonne ein Vielfaches mehr an Energie die Erde, als von der Menschheit benötigt wird. Wir tun uns nur etwas schwer damit, dieses Angebot zu nutzen.

Das Treibhausblog will das Leben im Treibhaus beobachten. Es will vom Kampf seiner Bewohner gegen die Trägheit berichten. Es will praktische Hinweise geben und Entwicklungen vorstellen, die uns vielleicht retten können. Es will warnen, wo es Habgier und Selbstsucht erkennt. Es will diskutieren und Denkanstöße liefern. Es will einen kühlen Kopf bewahren.

Schön, dass Du hier bist.

Etienne | Thema: Energie, Erdbeeren, Klima | Kommentare (5)