Beitrags-Archiv für die Kategory 'Wasser'

Und wie es besser ginge, liebe Grüne

Dienstag, 30. September 2008 20:23

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Nachdem ich eben meinen Ärger über das nun doch genehmigte Kohlekraftwerk in Hamburg in meine vermutlich kleine Blogwelt hinausgerufen habe, habe ich mich auf meiner Blogroll umgesehen. Dort posten andere Klimakatastrophenblogger manchmal auch gute Nachrichten. Zwei dieser Nachrichten sind so gut, dass sie den Vatten-Fall der Hamburger Grünen im Vergleich noch dümmer, uninspirierter und sinnloser erscheinen lassen. In der Tat, noch dümmer! Noch uninspirierter. Noch sinnloser.

Die eine Meldung ist alt, vom April. Zu Lesen ist sie bei Peregrinatio, mit Bezug auf einen ebenfalls alten Spiegel.de-Artikel. Beide hatte ich bisher übersehen. Es geht um Desertec - Strom aus der Wüste. Von der Idee wusste ich immerhin. Der Spiegel-Artikel ist jedoch so konkret, so wenig Science-Fiction, dass man rufen möchte: “O. K., lasst uns anfangen! Morgen habe ich noch nichts vor.” Verwendet werden soll Solarthermie: Wasser wird in Sonnenkollektoren zum Kochen gebracht, der Dampf betreibt Turbinen. Nichts einfacher als das. Alle würden gewinnen: die Sahara-Staaten, die den Strom produzieren und nebenbei ihr Wasserproblem durch Meerwasseraufbereitung lösen. Europa und die weiteren Abnehmer dank sauberer Energie ohne Ölabhängigkeiten. Selbst das Transportproblem sei lösbar. Nur an den politischen Voraussetzungen würde es noch fehlen. Verfluchte, liebe Grüne: Hier ist eure Aufgabe! Hier!

Die andere Meldung ist etwas älter, von Anfang August. Ich habe sie auf dem Klimablog gefunden. Es wurde ein Weg gefunden, Wasser schon bei Zimmertemperatur und durch einen nur geringen Energieaufwand in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten - ähnlich wie Pflanzen das tun. Warum das toll ist? Tagsüber können Solarzellen die zum Spalten benötigte Energie liefern, während nachts der gesammelte Wasserstoff in Brennstoffzellen unter Freisetzung von Energie in Wasser zurückverwandelt wird. Energie! Und Wasser, als Abfall. Ganz ohne Kohle, liebe, verfluchte Grüne. Da das alles in kleinem Maßstab gemacht werden kann, sind so kleine Hauskraftwerke möglich. Heizungen, sozusagen. Und Generatoren.

Warum dann dieses Kohlemonster, 2012? Bis dahin wäre ich gerne in der Zukunft.

Etienne | Thema: Die Grünen, Kohle, Strom, Wasser | Kommentare (1)

Duschkopf zu verschenken

Sonntag, 20. Januar 2008 23:42

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Es ist wirklich Zeit, meine Hausaufgaben zu machen. Vor einem halben Jahr habe ich über wassersparende Duschköpfe berichtet und einen Duschbericht zu meinem schweizerischen Sparduschkopf versprochen.

Der kam dann auch wohlbehalten etwa zwei Wochen nach Bestellung bei mir an. Zunächst die Fakten: Er spart tatsächlich Wasser, und damit Heizenergie. Bei Normalbetrieb sprudeln 5 Liter, bei maximalem Hahnaufreißen 12 Liter Wasser hindurch - bei meiner herkömmlichen Brause waren es 7 bis 10 Liter im Normalbetrieb und 18 Liter maximal. Das bedeutet, pro Minute würde man zwischen 2 und 5 Liter Wasser sparen.

Richtig, Konjunktiv. Wir benutzen weiterhin den alten Duschkopf, aus niederen Beweggründen: wegen des wesentlich angenehmeren Duschgefühls! Die Sparbrause hat einen einzelnen Ring von Löchern, durch den das Wasser auf den Duschenden/die Duschende trifft. Dadurch wird der Strahl schon nach einigen Zentimetern Abstand zum Körper dünn, weil weit aufgefächert. Das macht nicht besonders viel Spaß, und lange Haare sind damit, wie mir versichert wurde, nur mühsam und langwierig von Shampoo zu befreien. Und langwierig ist auch wieder kontraproduktiv.

Die arme Sparbrause liegt nun seit fast einem halben Jahr ungenutzt im Badschrank. Daher jetzt und hier meine Frage: Möchte vielleicht ein Leser/eine Leserin (vorzugsweise mit Kurzhaarfrisur) einmal sein bzw. ihr Glück mit diesem technischen Meisterwerk versuchen? Vielleicht bist DU härter als wir? Bitte melden bei “autorname”@treibhausblog.de!

Etienne | Thema: Duschen, Energie, Geschenk, Test, Wasser | Kommentare (1)

Warm duschen

Samstag, 16. Juni 2007 1:21

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Ein Punkt meines Klimaversprechens bei den Bremer Klimaschutztagen war, einen wassersparenden Duschkopf zu installieren. Inzwischen habe ich auch meine Erinnerungsmail aus Bremen schon bekommen – aber mein Duschkopf ist immer noch ganz der alte.

Dabei könnte das wirklich eine lohnende Sache sein, das Duschkopfwechseln. Etwa 25% der C02-Emissionen eines durchschnittlichen Haushalts entstehen bei der Produktion von warmem Wasser – und das nun wieder wird hauptsächlich beim Duschen benötigt. Noch mehr natürlich beim Baden. Allerdings finde ich Vollbäder ziemlich umständlich und nur im Winter der Mühe wert. Und beim Baden spart es sich auch schlecht – die Wanne muss schon so voll sein, dass ich (mit Hilfe von Archimedes) nahezu vollständig bedeckt werde. Beim Duschen hingegen könnte man z. B. Wasser sparen, wenn nicht ganz so viel Wasser pro Zeiteinheit durch den Duschkopf flösse. Natürlich wäre es wünschenswert, dass der Strahl trotzdem angenehm fest bleibt.

(Ganz harte Individuen behaupten auch, man könne Wasser sparen, wenn man es während des Einseifens abstellt. Das nun wieder ist eher etwas für den Sommer.)

Aber wieviel kann man sparen? Man sagt – genau genommen tun das die Internetseiten von Leuten, die wassersparende Duschköpfe verkaufen – das herkömmliche Duschköpfe zwischen 18 bis 25 Liter Wasser pro Minute verbrauchen. Durch einen sparsameren Duschkopf könne man das – je nach Anbieter – auf 6 bis 11 Liter reduzieren. Das heißt, man könnte zwischen einem Drittel und drei Viertel des Wassers sparen – und damit auch der Energie, die man zum Erhitzen benötigt. Und damit, wie immer, auch Geld und CO2.

Ich war gerade im Bad, und mit mir waren ein Eimer mit Literskala und eine Uhr mit Sekundenzeiger. Das Experiment ergab, dass unsere Dusche bei einem mittelmäßig starken Strahl, unter dem man sauber würde, ohne sonderlich viel Spaß dabei zu haben, 7 Liter pro Minute verbraucht. Erhöht man die Strahlstärke auf ein Spaßmaß, sind es 10 Liter pro Minute. Haben wir also schon eine Wassersparbrause? Ich glaube nicht. Ein dritter Versuch, bei dem ich den Hahn voll aufgedreht habe, ergab tatsächlich 18 Liter pro Minute – also das, was herkömmliche (schon wieder dieses lustige Wort) Duschen angeblich verbrauchen. Und sicher haben die Hersteller von Sparbrausen bei ihren Tests herkömmlichen Duschgeräts voll aufgedreht.

Es ist also zu vermuten, dass uns eine Sparbrause immer noch helfen würde. Also habe ich eine bestellt – und zwar bei warmduschen.info. Das ist eine schweizerische Initiative, die die Welt mit wassersparenden Duschköpfen versorgen will, um so ein selbstgestecktes C02-Einsparziel zu erreichen. Es gibt Duschgeschichten und Prominente, die für die gute Sache sind. Vorgestellt werden sie als „Duschkopf des Monats“ …

Die angebotenen Brausen versprechen, durch ein spezielles Verfahren trotz der Sparsamkeit einen schönen, soliden Duschstrahl zu erzeugen. Die Bestellung aus Deutschland ist etwas umständlich, weil der Preis nur in Schweizer Franken angegeben wird. Das vereitelte zunächst die Vorauskasse (andere Verfahren sind möglich), weil ich gar nicht wusste, wieviel ich nun zahlen sollte. Aber ein freundlicher E-Mail-Kontakt half mir weiter. Ca. 30 Euro kostet es – also nicht so viel. Das hätte man schnell wieder drin. Jetzt warte ich auf die Lieferung – ins EU-Land, so erklärte man mir, geht alle zwei Wochen eine Sammelbestellung raus, um Zoll zu sparen.

Andere Anbieter gibt es auch – zum Beispiel bei bubble rain. Da ist es merklich teurer (80 Euro), dafür wird angeblich noch mal ein Liter mehr gespart. Einen Online-Rechner für die Einsparmöglichkeiten gibt es dort auch.

Sobald mein Ersatzkopf da ist, folgen neue Messungen und natürlich ein Duschbericht!

Etienne | Thema: Duschen, Energie, Wasser | Kommentare (1)